Dem einen oder anderen dürfte mittlerweile bekannt sein, dass auch beim größten deutschen Naturschutzbund, dem NABU, nicht alles so läuft, wie es dargestellt wird. Nun, das dürfte in vielen Vereinen und Organisationen vorkommen, aber wenn sich derartige Sachverhalte häufen, dann darf das normale Mitglied oder der interessierte Natur- und Tierfreund auch mal skeptisch hinterfragen.

Am 09.11.2020 stellte der NABU-Bundesverband folgende These in Facebook ein:

Schauen wir uns die erste Behauptung an. Der Zuwachs der Wölfe sei deutlich geringer als in den Jahren zuvor. Ein Monitoringjahr geht immer von 01.05. bis zum 30.04. des Folgejahres. Auf der Seite des DBBW – Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes

Monitoringjahre:

2010/2011 – 7 Rudel, 7 Paare und 6 Einzeltiere in 20 Territorien (35 Welpen)

2015/2016 – 47 Rudel, 21 Paare und 4 Einzeltiere in 72 Territorien (175 Welpen)

2017/2018 – 77 Rudel, 42 Paare und 3 Einzeltiere in 122 Territorien (274 Welpen)

2018/2019 – 105 Rudel, 40 Paare und 12 Einzeltiere in 157 Territorien (395 Welpen)

2019/2020 – 128 Rudel, 35 Paare und 10 Einzeltiere in 173 Territorien (431 Welpen)

Wo lieber NABU ist an diesen offiziellen Zahlen zu erkennen, dass der Zuwachs „deutlich geringer“ sei als in den Vorjahren? Das sind einfach zu lesende Zahlen und wenn man dazu derart falsche Aussagen tätigt, bin ich im ersten Schritt mehr als verwundert.

Aber gut, ein Fehler kann ja mal passieren. Schauen wir uns die nächste Behauptung an. Die Zahl der illegal getöteten ist Tiere gestiegen. Auch hier liefert die DBBW eindeutiges Material. Allerdings sind diese Daten nicht auf das Monitoringjahr (01.05.-30.04.) bezogen, sondern auf ein Jahr beginnend am 01.01. – 31.12..

Jahr 2016 – 46 Totfunde:  5 x Illegale Tötung,  1 x Management,  4 x natürlich,  3 x unklar,  33 x Verkehrsunfall

Jahr 2017 – 51 Totfunde:  4 x Illegale Tötung,  7 x natürlich,  4 x unklar,  36 x Verkehrsunfall

Jahr 2018 – 82 Totfunde:  9 x Illegale Tötung,  1 x Management,  3 x natürlich,  3 x unklar,  66 x Verkehrsunfall

Jahr 2019 – 125 Totfunde:  9 x Illegale Tötung,  9 x natürlich,  7 x unklar,  100 x Verkehrsunfall

Jahr 2020 (Stand 05.11.) – 100 Totfunde:  6 x Illegale Tötung,  1 x Management,  8 x natürlich,  5 x unklar,  80 x Verkehrsunfall

Auch hier kann ich jetzt wirklich keine großartige Steigerung der illegalen Tötungen erkennen! Kann der NABU keine Zahlen lesen? Oder aus welchen Gründen werden solche Faschbehauptungen gestreut? Das fühlt sich für mich sehr „faul“ an.

Natürlich kam es auf der Facebookseite zu vielen Fragen und ja, der NABU hat auch die eine oder andere beantwortet, leider kaum zur Zufriedenheit der Fragestellenden. Eine Aussage des NABU lautete:

Ich bin fassungslos ob solcher Aussagen, denn die Risslisten belegen eindeutig, dass immer häufiger Ponys und Pferde (sowie andere große Weidetiere) angegriffen, verletzt und getötet werden – trotz vorschriftsmäßigem Schutz bzw. für große Weidetiere ist in vielen Bundesländern kein Schutz vorgeschrieben – weshalb wohl? Nützt ja kein Zaun, wenn Pferde oder Rinder in Panik verfallen, weil außerhalb die Wölfe lauern.

Natürlich blieb der NABU auch sehr vielen Fragenden einen Beleg für diese Aussage schuldig. Auch hier wieder: was will dieser Verein mit solchen Aussagen erreichen? Wo ist die Seriösität hin verschwunden? Wo die Fachkenntnis, das Fachwissen und ganz wichtig: wo die Belege für all die falschen und Unfrieden stiftenden Parolen?

Im Rahmen der gesamten Diskussion beruft sich der NABU immer wieder darauf, dass die Zahlen vom BfN zur Grundlage herangezogen wurden, hier ein Beispiel:

Hier kommt doch direkt die nächste Frage auf, nämlich was es mit diesen 7 angeschossenen Wölfen auf sich hat. Nirgendwo ist nachzulesen, ob diese Wölfe überhaupt in Deutschland geboren wurden und der Beschuss aus Deutschland kam. Was wenn die Tiere bereits in ihrem Heimatland beschossen wurden, bevor sie über die Grenze nach Deutschland wechselten? Diese Möglichkeit wurde gar nicht erst in Betracht gezogen. Erneut macht sich bei mir der Eindruck breit, dass es dem NABU einzig darum geht, schlechte Stimmung zu verbreiten und zwar all denjenigen Menschen gegenüber, die der unkontrollierten Ausbreitung der Wölfe kritisch gegenüberstehen. Parallel dazu wird konstant mit Wolfspatenschaften geworben, die dem NABU jährlich viele tausend Euro einbringen.

Auf die mehrfach gestellten Fragen, was mit den Spendengeldern für Wolfspatenschaften passiert, weshalb diese nicht zum Schutz der Weidetiere eingesetzt werden…, kam natürlich keine Antwort.

Im Original ist die Diskussion übrigens hier, beim NABU-Bundesverband nachzulesen.

Kaum von diesen Lügenmärchen erholt, geht am nächsten Tag eine weitere Meldung in Facebook um, die man sich ebenfalls auf der Zunge zergehen lassen darf:

Wie jetzt? Am Vortag wurde noch behauptet, dass unter normalen Umständen Wölfe keine Pferde angreifen und jetzt diese Aussage? Weiß der NABU eigentlich noch, was er will, was er in die Öffentlichkeit streut? Will sich dieser Verein jetzt wirklich komplett lächerlich machen? Sind die Mitarbeiter beim NABU vergesslich? Oder weiß die rechte Hand nicht, was die linke schrieb? Oder will man einfach nur Unruhe stiften?

Jahrelang kämpften viele Menschen für eine tier- und artgerechte Weidetierhaltung und nun kommt der NABU daher und sagt: war alles nicht so gemeint, Weidetiere müssen jetzt halt wieder in die Ställe, weil… den Wölfen darf es bitteschön an nichts fehlen?!

Falsche Behauptungen in Bezug auf das Populationswachstum, falsche Behauptungen in Bezug auf die illegalen Tötungen, falsche Behauptungen in Bezug auf Hunde/Wölfe töten Pferde und nun sollen die Weidetiere wieder in die Ställe, wenn auch vorerst nur nachts (was real nicht umsetzbar ist und im Sommer einer Tierquälerei gleich kommt) – ja lebt und kämpft dieser Verein nur noch für die Wölfe, während alles andere keinen Wert mehr zu haben scheint?

Damit man aus dem Staunen nicht herauskommt, hier gleich der nächste Aufreger vom NABU:

Auf der Homepage Saarburg.de ist ein ausführlicher Bericht zu lesen. Daraus geht hervor (Zitat): „Bereits in den kommenden Wochen startet der Nabu die Einzäunungsarbeiten. Dafür wird ein weitflächiger Elektrozaun um das Gelände im Kammerforst errichtet, das über die Schadallerstraße erreicht werden kann. Um die Flächen soll ein Rundweg mit einer Aussichtsplattform und Infotafeln führen, der es Wanderern, Radfahrern und Spaziergängern ermöglicht, die Tiere zu betrachten. Nach der Einzäunung ist ein Durchqueren des Geländes nicht mehr möglich.“

Ich hoffe der NABU zäunt hoch genug, so dass Wölfe nicht eindringen können, da Trier-Saarburg mittlerweile zum Wolfsgebiet Eifel West gehört. Vom Land vorgegeben wären 90 cm, aber der Ratschlag geht hin zu 120 cm Zaunhöhe. Aber diese Höhe (und noch höher) wurden in anderen Bundesländern schon x-mal übersprungen von den Wölfen.

Leider geht aus dem Text nicht hervor, ob auf dem Gelände auch sichere Ställe gebaut werden für die Pferde (und Rinder) – der NABU selbst empfiehlt ja jetzt, die Tiere zumindest nachts einzustallen. Ob der NABU eine Baugenehmigung bekommt für Ställe? Viele Tierhalter bekommen da nämlich gnadenlose Absagen seitens der Ämter – aber der NABU hat ja vielleicht eine Sonderstellung?

Ansonsten gäbe es ja auch noch Herdenschutzhunde. Diese empfiehlt der NABU nämlich auch und zwar sehr regelmäßig und er geht sogar noch einen Schritt weiter und erwartet von den Tierhaltern, dass sie sich diese großen und nicht ungefährlichen Hunde anschaffen, ausbilden (lassen) und dann zum Schutz gegen Wölfe (oder Kampf mit den Wölfen?) einsetzen.

Ob die Passanten sich auf dem Rundweg dann noch so richtig wohl fühlen, wenn sie von großen, bellenden Hunden „begrüßt“ und begleitet werden, wird sich zeigen.

Es bleibt auf alle Fälle spannend mit dem NABU und ich bin schon gespannt auf die nächsten Märchen….