Gastbeitrag von E.K.

 

Der Yellowstone-Nationalpark

Der Yellowstone-Park wird sehr gerne dafür herangezogen, wie gut die Wölfe für die Ökologie, den Wald, das Wild und überhaupt sind. Wahre Helden der Natur scheinen sie zu sein, denn sie verändern sogar Flüsse. Unter anderem geht es um Trophische Kaskaden, ein ökologischer Prozess, der ganz oben in der Nahrungskette anfängt und bis nach unten durchläuft.

In diesem Artikel Wie Wölfe die Flüsse verändern können  ist nachzulesen, wofür der Wolf im positiven Sinne alles verantwortlich sein soll.

Aber gibt es wirklich keine anderen Gründe, die erklären können, weshalb sich die Flüsse veränderten, die Biber zurück kamen…?

Der Verhaltensforscher L. David Mech, in manchen Kreisen auch als „Wolfspapst“ bekannt, hat sich dahingehend geäußert, dass bei der Rückkehr der Biber evtl. der Mensch ebenfalls beteiligt gewesen sein könnte und nicht nur der Wolf. Schließlich hat der Mensch im gleichen Zeitraum dort 129 Biber ausgesetzt. Nachzulesen ist das hier: Auch der Wolfspapst warnt vor Legenden

Der Wolf wurde ja ausgewildert, weil die Wapiti-Hirsche einen sehr großen Schaden an den Bäumen und Pflanzen anrichteten. Da Wapitis zur Beute des Wolfes gehören, erhoffte man sich eine „natürliche Regulierung“. Die ist wohl auch geschehen, denn die Anzahl der Hirsche ist deutlich gesunken. Ist tatsächlich der Wolf dafür verantwortlich zu machen? Der Artikel Warum sich Hirsche vor Forellen fürchten müssen zieht jedoch noch andere Aspekte hinzu, die der Realität durchaus sehr nah kommen.

Die beiden Artikel Das Märchen vom Wolf und Wieder Wölfe im Yellowstone-Park setzen sich ebenfalls kritisch mit dem Heiligenschein auseinander, den so mancher dem Wolf übergestülpt hat.

Der Bericht Yellowstone is dying – Yellowstone stirbt wurde im Juni 2011 veröffentlicht und beschreibt ebenfalls die Situation des Parks, der Ökologie aber auch der Tiere, die dort leben oder lebten. Auch das entspricht nicht den vermeintlichen Tatsachen, die uns der NABU und andere Naturschutz- und Wolfsfreunde vermitteln möchten.

Sicherlich hat der Wolf auch seinen Nutzen in der Natur, das stellt wohl auch kaum jemand in Frage. Inwieweit eine nahezu menschenleere und sich selbst überlassene Natur jedoch mit unserer dicht bevölkerten Kulturlandschaft zu vergleichen ist, kann ich nicht nachvollziehen. Aus welchem Grund man dem Wolf wirklich alles Positive dieser Welt zuschreibt, aber auch nicht.

Nach wie vor bin ich begeistert von diesem Tier, seiner Anpassungsfähigkeit und seiner Intelligenz. Nach wie vor wünsche ich mir, dass er leben darf und kann – überall dort, wo das gefahrlos für Menschen und deren Tiere möglich ist. Deutschland ist kein Yellowstone-Nationalpark. Teile Deutschlands können dem Wolf evtl. zur Verfügung gestellt werden, so wie man andernorts auch Rotwild nur in bestimmten Bereichen oder Zonen duldet. Verlässt das Rotwild diesen Bereich, wird es erschossen – einfach so, weil es woanders eben zu viel Schaden anrichtet. Ich persönlich kann nicht sagen, ob der Schaden, den Rotwild in der Natur anrichten würde, ähnlich hoch ist wie die Kosten, die für Wolfsschutz, Prävention und Rissentschädigungen zu zahlen sind.

 

Weitere Links zum Thema:

Kettenreaktion in Yellowstone