Nachdem ich ein paar Tage meine neuen Menschen Biggi und Markus kennenlernen durfte, erste Erfahrungen mit Straßen, Feldern, Wiesen, Radfahrern und was sich sonst noch alles so tümmelt unterwegs, gesammelt hatte, war mein Fraule der Meinung, ich bräuchte eine Hundeschule! ICH???

Es gibt sehr viele Hundeschulen und wohl genau so viele unterschiedliche Trainingswege. Biggi erklärte mir, dass ich in der Welpenschule bestimmt ganz viele Freunde finden werde, mit denen ich dann auch mal spielen und toben könnte. Hm, hört sich gar nicht schlecht an – glaub.

Im Internet fanden sich dann jede Menge Hundschulen, Trainer und Vereine, meine Menschen telefonierten und mailten, aber irgendwie so richtig zufrieden waren sie nicht. In einer Hundeschule waren gleich 20 Welpen im Kurs und da wurde gaaaanz viel gespielt – so erzählte es die Trainerin am Telefon. Biggi fand, das war deutlich zu viel; da gingen wir nicht hin.

Eine andere Hundeschule hat das Geschirr abgelehnt, ich müsste mit einem Kettenhalsband kommen. Nee, das geht ja mal gar nicht, hat meine Biggi gesagt. Auf einem weiteren Trainingsplatz durfte kein Clicker verwendet werden; wo gibt’s denn sowas noch? Ich finde diesen Knackfrosch so genial, der sagt mir immer voraus, dass ich jetzt gleich was supertolles erwarten darf. So ganz langsam bekomm ich sogar schon eine Idee, wann ich die Biggi dazu bringen kann, dass sie ganz schnell auf diesen Knackfrosch drückt. Das macht riesigen Spaß, aber diese Trainerin hat es nicht erlaubt. Also nix für uns.

So ging es dann weiter, irgendwie war Biggi gar nicht recht zufrieden zu stellen. Sind ihre Ansprüche zu hoch? Eigentlich ja nicht: sie wünscht sich lediglich eine Welpengruppe, die nicht so groß ist, vielleicht 5-8 Welpen. Diese sollen am Geschirr geführt werden und nicht nur toben, tollen und spielen. Nein, wir sollen auch ein wenig was lernen, z.B. hinsetzen oder ganz wichtig auch herankommen (meint Biggi, nicht ich!!!). Gern würde sie auch nicht nur auf einem Hundeplatz üben, sondern raus gehen, dort wo halt jeder so mit seinem Hund spazieren läuft.

Außerdem legt sich großen Wert darauf, dass die Hunde über positive Verstärkung erzogen werden – was immer das auch sein mag, bis jetzt gefällt es mir ganz gut so wie Biggi mit mir umgeht. Diesen Kasernenhofton lehnt Biggi auch komplett ab. Ein TrainerIn muss mit seinen Kunden höflich und fair umgehen, Zeit für sie haben, Antworten auf ihre Fragen geben können und die Hunde müssen ihn auch mögen – so stellt meine Biggi sich das vor.

Wir fanden zwar eine Hundeschule, aber die hatte keine Welpengruppe damals. Biggi schaute sich da mal ein Training an und ich durfte nicht mit! Fand ich nicht so toll, denn immerhin geht’s ja um mich!

Als sie dann endlich wieder daheim war, hat sie übers ganze Gesicht gelächelt und gestrahlt. Ich glaub es hat ihr gefallen was sie gesehen hat und ich glaub, da werden wir mal hingehen…

Später, als Markus dann da war, hat sie ihm alles erzählt und ich hab gelauscht; muss ja schließlich wissen, was die vor haben. So wirklich viel verstanden hab ich nicht, aber die Hundeschule arbeitet über positive Verstärkung, natürlich wird geclickert, alle Hunde werden am Geschirr geführt, die Gruppen haben eine Größe von 4-8 Hunden und meistens ist noch der Ehemann der Trainerin (ebenfalls Hundetrainer) mit dabei.

Biggi erzählte ganz viel und auch wenn ich versuchte alles mitzubekommen, die streichelnden Hände versetzten mich in einen wunderschönen Schlaf und ich träumte von gaaaaanz vielen Leckerchen…

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