Ich komme nicht vom seriösen Züchter und erlebte in meinen ersten Lebenswochen mehr oder weniger nichts. Mit knapp 8 Wochen lernte ich dann Biggi kennen, eine junge Frau die mich liebkoste und streichelte und ich hörte sie reden: die Kleine muss da weg, ganz schnell.

Und eh ich mich versah, saß ich in einem lauten, stinkigen Etwas, das die Menschen wohl Auto nennen. Mir wurde übel, ich fand alles schrecklich, noch viel schrecklicher als vorher. Die Fahrt dauerte eine gefühlte Ewigkeit, ich speichelte, zitterte und hatte nur noch Angst. „Meine Biggi“ nahm mich auf ihren Schoss, streichelte mich und versuchte mich zu beruhigen, redete mit mir aber ich verstand noch nichts, doch ihre Stimme klang warm und wohltuend. Der Fahrer streichelte auch manchmal über meinen Kopf und redete mit mir, auch sehr freundlich und liebevoll. Muss ich vielleicht gar keine Angst mehr haben?

Ich war hundemüde, aber an Schlaf war nicht zu denken, viel zu aufregend alles, und diese Übelkeit und die Angst – ich weiß ja gar nicht, was jetzt passiert mit mir? Kaum stand das Auto still und der Motor war aus, stieg der Fahrer aus, kam ums Auto herum gelaufen zu „meiner Biggi“ und nahm mich ihr weg auf seinen Arm.

Nein nein nein, das ging gar nicht, ich will bei meiner Biggi bleiben, was hat dieser Mann nun mit mir vor? Ich strampelte und knurrte und ja, ich versuchte auch zu schnappen, aber da ist die Biggi auch schon ausgestiegen und redete ganz ruhig mit mir. Alles wird gut hat sie gesagt – ob sie das alles so weiß?

Ich wurde in ein Haus gelockt, hatte ja nichts als einen Strick um den Hals und daran wollte Biggi nicht ziehen; also redete sie mit mir und forderte mich spielerisch auf, ihr doch zu folgen – was ich auch ganz mutig gemacht habe. In diesem Haus war alles komisch irgendwie, ich war noch nie in einem Haus, das wirkt schon erschreckend…

Kaum hab ich mir alles angeschaut, bin vor dem einen oder anderen noch erschrocken, überkam mich die Müdigkeit, aber ich fand keine Stelle, wo ich mich hätte hinlegen können. Wo war das Stroh und der Kartoffelsack? Außerdem drückte die Blase und Bauchweh hatte ich auch. Gar nicht gut. Also erstmal ein Pipi gemacht und noch während ich da so saß, kam meine Biggi zu mir her. Ja was gibt das denn jetzt?

Biggi nahm mich auf den Arm und trug mich nach draußen, auweia, das kannte ich ja noch gar nicht. An einer großen grünen Fläche ließ sie mich wieder runter und sagte, ich dürfe gerne hier „mein Geschäft“ erledigen. Was bitte soll ich damit jetzt anfangen? Welche Geschäfte? Mich hat doch nur die Blase gedrückt! Etwas verwundert schaute ich Biggi an, die dann mit mir durch den Garten lief und mir auch diesen zeigte. Dadurch wurde mein Bauch angeregt und siehe da, ich konnte auch meinen Darm entleeren.

Biggi freute sich darüber so sehr, dass sie mir ein Leckerchen gab, als ich fertig war – prima. Gibt es jetzt immer ein Leckerchen wenn ich mich unnötiger Dinge entledige? Danach wurde ich wieder ins Haus getragen und auf eine Art Kissen gelegt. Noch bevor ich richtig wusste was das ist, versank ich in einen tiefen Schlaf.

Als ich wieder erwachte bin ich zuerst erschrocken, da ich gar nicht recht wusste, wo ich mich befand. Aber schon hörte ich Biggi’s Stimme und gleich wurd’s mir wieder warm ums Herz.

Während ich schlief, war Biggi fleißig, denn als ich aufwachte zeigte sie mir ein Geschirr. Was ist das denn bitte und was soll ich damit? Ich schnupperte da mal vorsichtig dran und bekam schon wieder ein Leckerchen. Hm, ich schnupperte nochmal und noch ein Leckerchen – so schlimm kann das Geschirr ja dann wohl nicht sein…

Okay, das Anlegen fand ich doof. Erst hat es vorne nicht gepasst, dann an den Seiten, immer wieder mal an- und wieder ausziehen – ganz schön anstrengend und irgendwie auch wieder spannend, denn immer wieder gab es Leckerchen. Endlich war Biggi zufrieden und meinte dann, dass es jetzt wohl richtig sitzen würde. Na toll! Ihr gefällt’s und ich hatte das doofe Ding am Körper – schön blöd.

Aber jetzt war ich ja schon mal wach und dachte mir, dass es sinnvoll sei sich zu orientieren und nochmal alles in Ruhe anzuschauen, abzuriechen, zu erkunden – und genau das tat ich dann auch mal. Was ich alles so fand…, herrlich. So ein Haus ist ein richtiger Abenteuerspielplatz. Ich fand alles und es dauerte gar nicht lange, dann fand ich auch (fast) alles toll, nahm’s in meinen Fang und schaute, ob’s denn auch schmeckt.

Ganz ehrlich: das meiste schmeckte gar nicht. Aber es war toll, dass meine Biggi dann immer gleich ankam und ein anderes Spiel mit mir spielte, nämlich „tauschen“. Genial: ich nahm etwas auf und wenn ich das wieder hergab, bekam ich ein Leckerchen – das lohnt sich!

Langsam wurde es draußen dunkel und Biggi meinte, das letzte Tageslicht noch auszunützen um mit mir in den Garten zu gehen, damit ich mich nochmal lösen konnte. Verstanden hab ich das damals zwar noch nicht, aber ich erinnerte mich sehr schnell an die grüne Fläche – da gabs ja vor paar Stunden schon ein Leckerchen, vielleicht klappt das ja nochmal. Und siehe da, kaum hatte ich Pipi gemacht, rollten ein paar Leckerchen über den Rasen – wie genial war das denn?

Wieder im Haus angekommen stand da eine Schüssel und da war doch tatsächlich Futter drin, ganz alleine für mich. Der Mann des Hauses, Markus, hat mir das angerichtet. Wow, so kannte ich das ja gar nicht bisher. Es roch sehr gut, aber es war mir fremd. Ich probierte vorsichtig und stellte fest: das riecht nicht nur gut, das schmeckt auch prima. Schnell hab ich alles gefressen, wer weiß schon, wer da sonst noch Ansprüche drauf erheben könnte.

Nach dem Fressen überkam mich aber die totale Müdigkeit. Biggi sah mir das wohl an, nahm mich auf die Couch und streichelte mich in den Schlaf – sooo schön, da mag man gar nicht mehr wach werden…

Natürlich wurde ich wieder wach, aber an diesem Tag passierte nicht mehr viel. Ich wurde nochmals in den Garten gebracht, erledigte dort auch alles was zu erledigen war und dann wollten meine Menschen auch zu Bett gehen.

Ich durfte mit ins Schlafzimmer, hatte eine Decke direkt neben dem Bett meiner Biggi und ich schlief auch superschnell ein. Dieser Tag war schon sehr sehr aufregend für mich, doch ich hatte keine Ahnung, was alles noch spannendes auf mich zukommen sollte in den nächsten Jahren…

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